Wag the Dog

WAG THE DOG | Wie funktioniert eigentlich eine politisch-gesteuerte Medienmanipulation?

Wie rettet man einen Präsidenten, der sexueller Übergriffe bezichtigt wird, über die letzten zwei Wochen bis zur nächsten Wahl? Dies zeigt uns auf eindrucksvolle, sowie erschreckende Weise, Oscar-Preisträger Barry Levinson mit WAG THE DOG, welches mit Dustin Hoffman und Robert De Niro erstklassig besetzt ist.

Wag the Dog

© Warner Home Video

Inhalt

Der Präsident der Vereinigten Staaten (Michael Belson) ist überzeugt, dass ihm die Wiederwahl gegen seinen Kandidaten Senator Neal (Craig T. Nelson) so gut wie sicher ist. Doch nur zwei Wochen vor den Wahlen vergreift er sich an einer Pfadfinderin. Die Washington Post will diese Meldung in die Schlagzeilen bringen und seine Beraterin Winifred Ames (Anne Heche) sieht nur noch eine, letzte Chance: Sie zitiert den „Mr. Alleskleber“ Conrad Brean (Robert de Niro) ins Weiße Haus, bekannt für die Verbreitung von Gerüchten, Manipulation von Medien und Scharfmacherei im politischen Wahlkampf. Brean nimmt Verbindung auf mit dem Hollywood-Produzenten Stanley Motss (Dustin Hoffman). Der zeigt zunächst wenig Begeisterung, lässt sich dann aber von Brean überzeugen, ein mediales Kriegsspektakel zu inszenieren, das es in sich hat…

Kritik

In einer überwältigenden Klarheit legt Regisseur Barry Levinson mit WAG THE DOG die Prozesse und Schwachstellen unserer heutigen medienübergreifenden Informationspolitik offen. Mit seiner Satire bewegt sich Levinson, der zuletzt mit seinem gesellschaftskritischen Horrorfilm The Bay für Aufsehen gesorgt hat, wohl näher an der Wahrheit, als uns Zuschauer lieb ist. Frevelhaften, absolut ungefilterten und dabei doch in schaumkussartiger Erzählmanier rechnet Levinson mit den Medien ab und lässt dabei vor allem auch an der Politik, sowie dessen Machenschaften, kein gutes Wort. Hast du innenpolitische Probleme, beginne einen Krieg und berichte umfangreich darüber. Die Erkenntnis funktioniert schon etliche Jahre und doch war es noch nie so einfach wie heute den Leuten eine Bedrohung vorzugaukeln, die es gar nicht gibt. Der Film arbeitet hervorragend heraus, wie uns willkürliche Bilder und Nachrichtenmeldungen beeinflussen und wie es die Medienvertreter grandios verstehen mit menschlichen Gefühle zu spielen. Wir allen sollten weg von unserer Naivität und mal das gesendete verstärkt hinterfragen.

Fazit: Barry Levinson kann sich bei Wag the Dog auf sein Duo Dustin Hoffman und Robert De Niro verlassen. Mit ihrem Timing für Dialog und bissigem Witz bringen beide die fatale Mischung, die hinter der Politiksatire steckt, auf den Punkt. Nie war politische Bildung unterhaltsamer und dabei doch so lehrreich wie in diesem Fall.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Wag the Dog
Produktionsland/-jahr:   US 1997
Laufzeit:                97 min
Genre:                   Komödie, Drama, Satire

Regie:                   Barry Levinson
Drehbuch:                Hilary Henkin, David Mamet 
Kamera:                  Robert Richardson      

Verleih:                 Warner Home Vdeo

WAG THE DOG | erhältlich auf DVD

(Quelle: MsDylan87)

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