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TAXI | Das Leben ist viel zu aufregend, um einfach davonzufahren

In TAXI lässt Regisseurin Kerstin Ahlrichs die 80er Jahre wieder aufleben: Die Stimmung, die widersprüchlichen Trends, das Licht und die Farben, die Musik, die Settings und das Lebensgefühl – alles passt und mittendrin Rosalie Thomass und Game of Thrones-Star Peter Dinklage.

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© farbfilm home entertainment

Inhalt

Die 25-jährige Alex (Rosalie Thomass) weiß nach ihrer abgebrochenen Ausbildung bei einer Versicherung nicht so recht, was sie mit ihrem weiteren Leben anfangen soll. So beschließt sie, sich vorerst als Taxifahrerin in Hamburg über Wasser zu halten. In der Stadt, in der sich alle darum bemühen, besonders abgebrüht und cool zu sein, geht es an vielen Ecken rau zu. Es wird geraucht, was das Zeug hält, und über Gott und die Welt, verstärkt aber über Beziehungen lautstark diskutiert. Alex hingegen wünscht sich Liebe und Freiheit und schläft so eines Tages mit Dietrich (Stipe Erceg). Das hat zwar nichts mit Liebe zu tun, doch der Sex ist immerhin ganz gut. Bei dem ungewöhnlichen Marc (Peter Dinklage) findet sie allerdings wenig später mehr als das. Doch kann Alex wirklich damit aufhören, vor ihrem eigenen Leben davonzufahren?

Kritik

Als Regiedebütant hat man es nie leicht: der erste Film stellt die Weichen für die weitere Zukunft. Machst du deinen Job gut, bekommst du ungeahnte Möglichkeiten. Machst du es schlecht, ist die Karriere vorbei ohne das sie wirklich bekommen hat. Kerstin Ahlrichs hatte das große Glück, Karen Duves erfolgreichen Bestseller „Taxi“ für die große Leinwand inszenieren zu dürfen. Ein Ehre und das noch als Debütfilm. Demnach ist der Druck besonders groß, nicht zu versagen. Der Druck multipliziert sich vor allem auch dann, wenn man ein Ensemble führen darf, dass mit so viel Erfahrung ans Set kommt: Antoine Monot Jr., Robert Stadlober, Armin Rohde, Tobias Schenke und Game of Thrones-Ikone Peter Dinklage. Doch Ahlrichs hat eine wunderbar melancholische Komödie geschaffen, die den Geist der Buchvorlage einfängt und frisch visualisiert. Der Hamburger Kiez in den 80er Jahren ist eine Kulisse mit besonderer Tragweite. Hier geben sich Sex und Humor die Hand. Hier sucht jeder die große Liebe oder den nächsten Zigaretten-Automaten. Was mach ich aus meinem Leben? Diese elementare Frage beschäftigt den ganzen Film. Ist Motor einer Handlung, die einerseits klar erzählt ist, doch an manchen Stellen zum Kitsch neigt. Im Mittelpunkt steht Rosalie Thomass als schlechtgelaunte und orientierungslose Alex, die einfach nicht weiß, wo oben und unten ist. Jeden Abend befördert sie Menschen mit mehr oder weniger großen Problemen und wird dadurch unfreiwillig zur Therapeutin, obwohl sie selbst dringend einen bräuchte. TAXI ist großartiges deutsches Kino ohne viel Schnick-Schnack und starkem Cast, von dem viele Träumen. 

Fazit: Einsteigen, anschnallen und der Melodie der 80er Jahre lauschen. Diese Taxifahrt ist kultverdächtig!

FSK ab 6 (gelb)Originaltitel:           Taxi
Produktionsland/-jahr:   DE 2015
Laufzeit:                94 min
Genre:                   Drama, Komödie

Regie:                   Kerstin Ahlrichs
Drehbuch:                Karen Duve   
Kamera:                  Sonja Rom 

Kinostart:               20. August 2015
Home Entertainment:      18. März 2016

Verleih:                 farbfilm home entertainment

(Quelle: farbfilmverleih)

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