Der Vorname

DER VORNAME | Adolf steht mal wieder im Mittelpunkt

Darf man sein Kind nach einem Diktator und Massenmörder benennen? Diese ungewöhnliche und dennoch legitime Frage gingen die französischen Regisseure und Autoren Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte nach. Das Ergebnis: Die unterschiedliche Antwortmöglichkeiten auf die Frage ließen die beiden in ihr Stück „Le Prénom“ einfließen. Sönke Wortman bediente sich dieser munteren Vorlage und lockte über eine Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos.

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© Constantin Film

Inhalt

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und  seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

Kritik

Endlich mal wieder ein gelungener deutscher Film, der im Kern gar nicht so deutsch ist, wie er sich am Ende anfühlt. Basierend auf dem gleichnamigen französischen Bühnenhit „Le Prénom“ von Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte, der bereits 2012 für volle Kinosäle in Frankreich sorgte, deutscht Sönke Wortmann die hitzige Debatte um einen Vornamen ein und bringt somit in Nuancen ein neues Stück hervor. Auch wenn sich alles um DER VORNAME dreht, so streitet und diskutiert das Ensemble auch über gesellschaftlich relevante Themen und über das Haar in der Suppe. Damit kommen sie schnell vom Wesentlichen ab, ehe sie wieder auf Adolf zu sprechen kommen. Es geht in der Tat nicht um Rechtspropaganda, es ist eine wohlwollende und ernstgemeinte Komödie über persönliche Verfehlungen und wer am Ende das letzte Wort hat. Ein Scherz gerät völlig außer Kontrolle.

Erfrischend und kurzweilig vorgetragen im Stile eines sagenumwobenen Kammerspiels. Die Bühne, ein Abendessen in einem Bonner Haus, in der gut gelebt, aber schlecht mit Wahrheiten umgegangen wird. Florian David Fitz, Janina Uhse, Christoph Maria Herbst und ein wieder mal typisch überdrehter Justus von Dohnányi liefern sich einen beispiellosen Schlagabtausch und liefern damit eine ansehnliche Show. Nun bleibt abzuwarten, ob sich auch Hollywood dem leichten eskalierenden Stoff annimmt und mit Schaupieler mit Millionengagen in die Rollen lockt. Wortmann hat es geschafft, dem erfolgreichen Bühnenstück aus Frankreich eine eigene Handschrift zu geben, ohne das Original zu ignorieren.

Fazit: Adolf steht mal wieder im Mittelpunkt. Was als provokant-kreativ gemeint ist, entlädt sich zügig in ein schmutziges Wortgefecht, in der der gute Ton in Vergessenheit gerät und Angriff schließlich die beste Verteidigung ist. Eine Komödie auf engsten Raum, keine Chance zu entkommen.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Der Vorname
Produktionsland/-jahr:   DE 2018
Laufzeit:                91 min
Genre:                   Komödie

Regie:                   Sönke Wortmann
Drehbuch:                Claudius Pläging
Kamera:                  Jo Heim

Kinostart:               18. Oktober 2018
Home Entertainment:      4. April 2019

Verleih:                 Constantin Film

(Quelle: Constantin Film)

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