MOONFALL | Ein routinierter Weltuntergang

Roland Emmerich, der Meister des bildgewaltigen, spektakulären Kinos ist zurück und knüpft mit MOONFALL an seine eigenen legendären Blockbuster wie „Independence Day“, „2012“ oder „The Day after Tomorrow“ an.

.INHALT.

Eine mysteriöse Kraft hat den Mond aus seiner Umlaufbahn gestoßen und schickt ihn auf Kollisionskurs mit der Erde. Das Leben, wie wir es kennen, droht für immer ausgelöscht zu werden. Nur wenige Wochen vor der herannahenden Gefahr ist die ehemalige Astronautin und NASA-Offizierin Jo Fowler (Halle Berry) überzeugt zu wissen, wie sie die Menschheit retten kann. Doch nur zwei Mitstreiter sind auf ihrer Seite: Astronaut und Ex-Kollege Brian Harper (Patrick Wilson) und der Astro-Experte K.C. Houseman (John Bradley). Das kleine Team startet zu einer allerletzten Mission ins Weltall und macht eine unglaubliche Entdeckung: Unser Mond ist nicht das, was wir immer glaubten…

© LEONINE

.KRITIK.

2022 und Roland Emmerich lässt mal wieder die Erde in den Abgrund blicken. Der Katastrophenfilmer hat erst jüngst gesagt, weniger zerstören zu wollen. Doch bis es soweit ist, müssen wir erst einmal damit fertig werden, dass der Mond schnurstracks auf die Erde zu steuert.

Tatsache ist, dass der Mond sich jedes Jahr eher von der Erde entfernt, als das er auf Kollisionskurs mit unserem Planeten steht. Aber Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn man irgendwas findet, dieses Szenario umzukehren. Und fertig ist MOONFALL. Aber es gehört tatsächlich mehr dazu. Roland Emmerich hat sich in den letzten drei Jahrzehnten einen zerstörerischen Ruf aufgebaut. Aus der Erde Kleinholz zu machen, steht ganz oben in seinem Lebenslauf – unter besondere Fähigkeiten. Allerdings schwankt die Qualität seiner Filme dabei gewaltig und sind nicht selten auch Kritikern ein Dorn im Auge. 1996 bricht Independence Day Rekorde und macht über Nacht Will Smith endgültig zum Superstar – obwohl die Produzenten an einen schwarzen Hauptdarsteller in der Hauptrolle anfangs nicht geglaubt haben. Emmerich belehrte alle eines Besseren und inszenierte für mich einer seiner besten Filme. Danach folgten unter anderem eine eigene Interpretation von Godzilla, die mehr heiße Luft als alles andere war und The Day After Tomorrow, der auf drastische Weise die Auswirkungen des Klimawandels binnen zwei Wochen abfrühstückt. Inhaltlich überzeugen Emmerichs Filme selten, dafür sind die Effekte umso bombastischer. Eine gute Geschichte braucht es im Blockbuster-Kino mit maximaler Zerstörungsrate auch nicht zwangsläufig. Emmerich konzentriert sich lieber auf andere Dinge und pusht „Newcomer“ und Veteranen Hollywoods.

[ Zum Nachlesen: Schlecht gelaunte Aliens auf Rachefeld zu in Independence Day: Wiederkehr ]

Und so dürfen sich Patrick Wilson und Halle Berry sowie „Game of Thrones“-Sam John Bradley mit der Weltrettung beschäftigen. Ganz gleich, wie absurd Szenario und anschließende Mission auch sein mögen, nach einem doch recht enttäuschenden Independence Day: Wiederkehr, besser als erwartet. Nach Logik sollte man hier auch nicht Ausschau halten und sich gänzlich auf eindrucksvolle Action und CGI zu fokussieren. Mit Nachos oder Popcorn und einem kalten Getränk sorgt er für kurzweilige Unterhaltung. Moonfall ist auch irgendwie eine Mischung aus allen Emmerich-Filmen: Weltraum, Maya-Vorhersage und der typische Humor wirken beinah wie ein Best-of. 130 Minuten vergehen auch wie im Flug und haben mich sehr gut unterhalten. Berry und Wilson legen sich auf wirklich ins Zeug, um aus dem recht dünnen Drehbuch eine unvergleichliche Odyssee zu zaubern. Zu Hilfe eilt ihnen eine sehr beklemmende Atmosphäre, denn Angst macht dieses Szenario allemal. Es ist mit Sicherheit nicht der beste Film von Emmerich, aber seit Langem mal wieder richtig cooles Kino. Ein Roadmovie zum Mond und zurück.

.FAZIT.

Emmerich macht das, was er am besten kann: ZERSTÖREN! Die Apokalypse auf zwei Beinen beweist mit Moonfall wieder einmal sein Fingerspitzengefühl in Sachen Weltuntergang. Großartige Effekte und eine beklemmende Atmosphäre stechen abermals die zweitrangige Geschichte aus. Patrick Wilson kann schauspielern, bekommt dafür aber zu wenige Gelegenheiten, Halle Berry wird schon wieder unterschätzt und John Bradley ist der Influencer-Astro-Experte mit der Lizenz zum Witzeln. Moonfall macht Spaß und ist bestimmt fürs Kino, aber Emmerich riskiert leider zu wenig.



OriginaltitelMoonfall
Produktionsland/-jahrUSA, Kanada 2022
Laufzeit130 min
GenreAction, Abenteuer, Science-Fiction
RegieRoland Emmerich
DrehbuchRoland Emmerich, Spenser Cohen, Harald Kloser
KameraRobby Baumgartner
Kinostart10. Februar 2022
Home Entertainment27. Mai 2022
VerleihLEONINE Studios

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