2012 | Emmerichs Blick in den Maya-Kalender

2012 – Das Ende der Zeitrechnung im Maya-Kalender. Die Tibeter, die alten Ägypter, die Cherokee- und Hopi-Indianer, sie alle beziehen sich in ihren mystischen Glaubenssystemen und Zeitrechnungen, genau wie die Maya, auf einen 26.000 Jahre alten Zyklus. Dieser Zyklus endet am 22. Dezember 2012. Zu diesem Zeitpunkt ergibt sich eine äußerst seltene astronomische Konstellation, die sich bereits seit Jahrtausenden von Jahren abzeichnet.

.INHALT.

Im Jahre 2009 erhält die Regierung einen vertraulichen Report, der bestätigt, dass die Erde schon in wenigen Jahren dem Untergang geweiht ist. Ein geheimer Katastrophenplan wird entwickelt, der jedoch nicht die Rettung aller Menschen vorsieht. Als Buchautor Jackson Curtis (John Cusack) und seine zwei Kinder Lilly (Morgan Lily) und Noah (Liam James) eines Tages einen Familienausflug in den Yellowstone Nationalpark unternehmen, machen sie eine unglaublich erschreckende Entdeckung. Auch die Begegnung mit dem Verschwörungstheoretiker Charlie Frost (Woody Harrelson) lässt nichts Gutes erahnen. In großer Sorge nimmt Jackson die Sache selbst in die Hand, um einen fast hoffnungslosen Kampf gegen die Zeit und die bevorstehende Naturkatastrophe zu gewinnen.

© Sony Pictures Entertainment

.KRITIK.

Mit 200 Millionen US-Dollar ist 2012 bis dato die teuerste Filmproduktion von Roland Emmerich und zum Glück hat sich die Prophezeiung der Mayas nicht bewahrheitet, sonst wäre die Kino- und Heimkinoauswertung durchaus ein Desaster geworden. 2012 kam 2009 in die Kinos und ehrlicherweise muss ich zugeben, hat der Film auf großer Leinwand seine Wirkung bei mir nicht verfehlt. Wenn man sich immer mal wieder daran erinnert, dass es da eine mystische Vorhersage gibt, bekommt das Szenario gleich einen wesentlich eindringlicheren Touch. Und damit dürfte ich damals wohl nicht der Einzige gewesen sein. Auch wenn es bei diesem Film um ein reines CGI-Schlachtfest handelt, so sind die Effekte noch heute mehr als ansehnlich. Die Katastrophe, die Emmerich inszeniert toppt The Day After Tomorrow von 2004 um Längen. Doch wie in allen anderen Filmen zuvor und danach, mangelt es auch hier an Inhalt. Es gibt eine 0815-Familiengeschichte und Selbstfindung, einen verrückten Typen (der alles besser weiß) und unrealistische Rettungspläne, die Milliarden kosten – aber warum? Die Welt geht unter und das Geld hat keinen Wert mehr. Dumm! Aber nun gut, so funktioniert eine dem Untergang geweihte Gesellschaft.

John Cusack ist sympathisch und passt wie Arsch auf Eimer in die Rolle von Jackson Curtis. Er ist ein Kämpfer und kämpft sich so durch die Apokalypse. Herausstechen tun dann noch Woody Harrelson, dessen Ableben zu früh kommt, aber sein muss sowie Chiwetel Ejiofor als unermüdlicher Wissenschaftler, der den Stabchefs den Kopf wäscht. Ansonsten ist da auch nicht wirklich mehr. Alle anderen Figuren sind Beiwerk, die die Handlung vorantreiben. Und was wir auch hier natürlich nicht vergessen dürfen: patriotische Parolen, weltverändernde Dialoge und der obligatorische Appell an die Menschheit – „wir sind richtige Arschlöcher“.

Aber trotz dieser oberflächlichen Inszenierung, zieht er die Massen ins Kino. Auch hier spielte 2012 fast 800 Millionen US-Dollar ein. Der Unterhaltungsfaktor ist hoch und die Zerstörungsarie aus Vulkanausbrüchen, pulverisierten Metropolen und Tsunamis lässt zweifellos den Blutdruck in die Höhe schnellen. Man muss die Kirche im Dorf lassen: 2012 ist ein Blockbuster ohne viel Sinn, aber kurzweiligem Spaß. Dafür schaut man auch derartige Filme. Doch es stellt sich die Frage, inwiefern Katastrophenfilme in der Zukunft noch Bestand haben. Die Sehgewohnheiten und Anforderungen der Zuschauer ändern sich und auch Emmerich ist nicht mehr das, was er einmal war. Mit Moonfall greift er nochmal an, doch der Master of Disaster möchte künftig ruhiger treten. Mal schauen, was wir uns in Zukunft von ihm erwarten können.

.FAZIT.

Weltuntergang par excellence: Roland Emmerich weiß, wie man die Nerven der Kinozuschauer strapaziert. Nach Independence Day, sein zweiterfolgreichster Film, der einen in den Bann zieht, unterhält, aber inhaltlich kaum fordernd ist. „Kopf aus, Film ab!“ sag ich da nur.



Originaltitel2012
Produktionsland/-jahrUSA, Kanada 2009
Laufzeit158 min
GenreAction, Abenteuer, Science-Fiction
RegieRoland Emmerich
DrehbuchRoland Emmerich, Harald Kloser
KameraDean Semler
Kinostart12. November 2009
Home Entertainment25. März 2010
VerleihSony Pictures Entertainment

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